'Caleta de Fustes' wird zu 'Costa Caleta'
Auf der Tourismus-Messe 'FITUR 2004' Mitte März in Madrid präsentierte
der Landkreis Antigua sein neues Werbeprogramm; sowohl
Informationsbroschüren für die Professionellen auf diesem Sektor, wie
auch die Falt-Werbe-Blätter für Urlauber.
Hervorzuheben war
dabei die Änderung des Namens von 'Caleta de Fustes' oder auch 'El
Castillo' in den leichter zu merkenden und auszusprechenden Namen 'Costa
Caleta'. Darauf einigte man sich schon in vorhergehenden Plenumssitzungen,
da es immer wieder aufgefallen war, dass vor allem die Engländer, die den
überwiegenden Gästeanteil in jener Touristikenklave repräsentieren, große
Schwierigkeiten mit der Aussprache des Siedlungsnamens hatten und es
einfach stets in 'Caleta' abkürzten.
Dem Rechnung
tragend reagierte die Verwaltung in aller Interesse. Anleihe wurde dabei
an der bereits bekannten 'Costa Calma' weiter im Süden genommen, die
offiziell eigentlich 'Cañada del Río' heißt und den meisten Nichtspaniern
Schwierigkeiten beim Aussprechen des Namens gemacht hatte.
Das ist im Bezug auf
die Neustrukturierung des Gemeindekreises bereits die zweite
Namensänderung, nachdem bereits im vergangenem Jahr 'Nuevo
Horizonte' in 'Costa Antigua' geändert worden war. Im Moment bleiben wohl
die alten Straßenbeschilderung noch, doch im Zuge der Erneuerung der
Nord-Süd-Verbindung wird wohl die derzeitige Beschilderung mit den neuen
Namen ergänzt werden.
Der Jet-Foil geht bald in Rente
Impressionen von unserem Korrespondenten Klaus Rubner
“Ich setze mich in meinen Sessel, der stark
an einen Flugzeugsitz erinnert. Die Stewardess kommt vorbei und bittet
mich, den Sicherheitsgurt anzulegen. Ich sehe mich um mich herum ein wenig
um und es scheint, ich bin hier der einzige ‘Neuling’ an Bord.
‘Hoffentlich hat’s keiner bemerkt’, denke
ich so für mich. Ein turbinenartiges Geräusch erklingt - das Boot hat
seine Motoren angelassen. Wenig später geht’s los. Langsam entfernt sich
das Tragflächenboot vom Kai. Meine erste Reise mit ihm; von Morro Jable
nach Las Palmas de Gran Canaria.
Ich hätte auch das Flugzeug nehmen können,
doch erst die knappen einhundert Kilometer zum Flughafen vor Puerto und
dann noch mal die guten fünfzig Kilometer vom Flughafen in Las Palmas —
halt! außerhalb von Las Palmas! — zur Innenstadt, ist mir einfach zu viel.
Ich brauche heute kein Auto mitzunehmen,
denn ich habe direkt in der Innenstadt zu tun, und der Jet-Foil legt genau
im Hafen im Zentrum von Las Palmas an.
Inzwischen haben wir den Hafen von Morro
Jable verlassen und die ‘Princesa Voladora’ — die ‘fliegende Prinzessin’,
wie der Jet-Foil liebevoll genannt wird — kommt in Gang. Ich werde in den
Sitz gedrückt, vergleichbar mit dem Start eines Flugzeugs. Die
‘Prinzessin’ hebt sich langsam aus dem Wasser. Ich kann es nicht sehen,
aber man spürt ein angenehmes Kribbeln im Bauch — wie beim Starten eines
Flugzeugs. Der Kapitän heißt alle herzlich willkommen zur Überfahrt, die
etwa 80 Minuten dauern wird.
Die Tachometeranzeige im Passagierraum
zeigt inzwischen 70 km/h an, Tendenz steigend. Eine Stewardess fragt, ob
ich etwas trinken möchte. Ich bejahe und bestelle eine Cola. Der Tacho ist
bei 75 km/h. Die Wellen sind viel größer, als man von Land aus vermutet.
Oder ist das Tragflächenboot einfach so klein? Vom Ferry, dem Fährschiff
aus, kamen mir die Wellen nie so groß vor.
Alle scheinen sich zu langweilen: einige
lesen, andere schlafen. Ich kann weder das eine noch das andere. Ich bin
viel zu aufgeregt. Es ist meine erste Überfahrt mit dem Jet-Foil. Habe ich
aber schon gesagt, oder? 80km/h. Dabei hat es sich eingependelt. ‘Das Meer
sei heute ruhig’, sagte der Kapitän am Anfang. Wenn ich die Wellen so
sehe... Das Tragflächenboot unterschneidet die Wellen, fährt durch das
Wellental. Heißa!, noch so eine Riesenwelle - gerade noch mal
davongekommen!
Ich vergesse ganz, meine Cola zu trinken,
die mir die freundliche Stewardess inzwischen gebracht hatte. Nach einer
guten Stunde kann man da am Horizont schon Gran Canaria ausmachen, wenn
nicht gerade eine Welle genau im Blickfeld ‘hochschießt’. Nach knappen
achtzig Minuten ist die Fahrt vorbei. Schade. Morgen geht’s zurück - ich
freue mich schon darauf!”
So oder so ähnlich geschehen vor etwa acht
Jahren, meine erste Überfahrt mit dem Jet-Foil. Danach folgten noch viele,
viele Male, aber das ‘Kribbeln im Bauch’ ist immer noch jedes Mal da!
Jetzt ist es beschlossene Sache: Die
Tragflächenboote werden in Rente geschickt. Nach fast einem viertel
Jahrhundert im Dienste der Reederei ‘Transmediterránea’ werden die beiden
aktuellen Prinzessinnen ‘Princesa Dácil’ und ‘Princesa Teguise’ von den
neueren ‘Fast-Ferrys’ abgelöst.
Aufgenommen hatte Trasmediterránea die
schnelle Verbindung zwischen den beiden Inselhauptstädten Santa Cruz de
Tenerife und Las Palmas de Gran Canaria mit den Tragflächenbooten
‘Princesa Guayarmina’ und ‘Princesa Guacimara’ am 07. August 1980. Vor
etwa achtzehn Jahren weitete man, nach der Inbetriebnahme des neuen Hafens
in Morro Jable, die Verbindung auf Fuerteventura aus. Die großen Vorteile
der Jet-Foils liegen zweifelsohne in der Pünktlichkeit und der
Schnelligkeit; die Nachteile: sie können nicht nachts oder bei sehr rauher
See ‘fliegen’, und die Mitnahme von Gütern ist auf das Handgepäck
beschränkt.
“Zudem zu kostenintensiv”, wie vom Sprecher
der Betreiber-Reederei zu hören war. “Der Jet-Foil schrieb nie schwarze
Zahlen. Eine exzessive Kontrolle aller Aggregate ist tag-täglich von
Nöten, und die Nachfrage nach Mitnahme von Transportgütern ist sehr stark
gestiegen”, so verlautete weiter, “deshalb habe man sich zu dem Einsatz
von Fast-Ferrys, den neuen, katamaranähnlichen Schnell-Fährschiffen,
entschlossen, die spätestens im nächsten Jahr den Betrieb aufnehmen
sollen.”
Die Jet-Foils transportierten im
vergangenem Jahr 237.000 Passagiere von Teneriffa nach Gran Canaria, und
weitere 76.000 von Morro Jable nach Gran Canaria, oder umgekehrt. In den
letzten 24 Jahren konnte man bislang 11.000.000 Gäste an Bord willkommen
heißen.
Ob es wohl dem einen oder anderen so
ergangen ist wie mir, eingangs beschrieben?
Erweiterung des neuen
Straßenverkehrsrechts
Nachdem seit Jahreswechsel das neue Straßenverkehrsrecht in Spanien
gilt, hat man, wohl aufgrund der übereilten Verabschiedung zum
Jahresende, bereits einige Nachbesserungen und Erweiterungen
hinterhergeschickt.
So wurde mit Wirkung von
Ende Februar diesen Jahres das Mitführen einer selbstreflektierenden
"Pannenweste" im Auto, sowie deren Benutzung je nach vorhandenen
Lichtverhältnissen vorgeschrieben. Diese Regelung gilt auch für Leihautos.
Vergewissern Sie sich also bei der Anmietung über das Vorahndenseins jener
Weste, sollten Sie nicht bei einer Verkehrskontrolle mit
92 €uro zur Kasse gebeten werden wollen. Es gibt eine Übergangsfrist von
(etwa) einem halben Jahr, währenddessen die kontrollierenden Beamten noch
ein Auge zudrücken können, und die mit dem Monat Juli endet.
Pflicht ist dies jedoch bereits ohne Frist für Kleinlaster,
Transportfahrzeuge, Kleinbusse, Busse, Gewerbetreibende, etc.
Des weiteren ist seit
Februar das Telefonieren mit Mobiltelefonen an Tankstellen verboten! Für
einen (bisher nicht wirklich bewiesenen) Funkensprung zwischen Kontakten
im Telefon, die die beim Tanken entstehenden Gase entzünden könnten, wurde
jenes Gesetz vorbeugend auf den Weg gebracht. Lassen Sie also Ihr Telefon
im Auto oder schalten Sie es an der Tankstelle ganz aus, denn jener
Funkensprung könnte (rein theoretisch) auch beim Angerufenwerden
entstehen. Das Nichtbeachten schlägt auch hier mit 92 €uro zu Buche.
Das gleiche Argument gilt
übrigens auch für Walkmans, Radios, Laptops, etc.
Aufgrund der anhaltenden
Unfälle wegen Geschwindigkeitsüberschreitung verfügt die Polizeibehörde
seit Anfang April über ein Radargerät der neuesten Generation. Die
Beamten, die speziell auf jenes Gerät geschult sind, betonen und haben es
auch publik gemacht, dass das Radargerät bereits im Süden im Einsatz ist.
Obwohl man in den ersten Wochen "noch keine Strafzettel wegen
festgestellter und gemessener Geschwindigkeitsüberschreitungen" ausstellen
werde, sagte man nichts weiter über den exakten Zeitraum, ab wann jenes
denn kostenpflichtig werden wird. Deshalb an alle chronischen
Bleifußfreunde: Schonen Sie Ihren Geldbeutel, runter vom Gas!
Verständlich wird dies
angesichts der Unfälle der letzten Wochen.
Obwohl auf der Durchgangsstraße der Costa Calma, und dort im speziellen
beim Fußgängerüberweg auf der Höhe der dortigen Tankstelle, die Straße
allmählich dem erhöhten Verkehrsaufkommen angepasst wird, ereignen sich
doch immer wieder katastrophale Unfälle, die fast allesamt mit nicht
angepasster Geschwindigkeit im Zusammenhang stehen.
Am Tag, nachdem an
besagtem Zebrastreifen Sonorbänder in beiden Richtungen aufgeklebt wurden,
die die Fahrer auf diese spezielle Gefahrenzone aufmerksam machen und sie
zur Senkung der Geschwindigkeit veranlassen sollen (zusätzlich zu den
aufgestellten 50-km/h-Schildern) fuhr ein Kleinlastwagen auf jenem
Zebrastreifen einen älteren Urlaubsgast an, der kurz darauf aufgrund der
erlittenen Verletzungen im Krankenhaus starb.
Inzwischen hat man auch
schon von weitem sichtbare, grün-weiße Pfosten aufgestellt, die aber
scheinbar auch nicht ihren Zweck erfüllen, da kurz darauf - wieder an
gleicher Stelle - erneut ein Fußgänger auf dem Überweg angefahren wurde;
diesmal kam jener allerdings mit ein paar blauen Flecken glücklicherweise
glimpflicher davon.
In beiden Fällen war
überhöhte Geschwindigkeit der Grund, wie von der Straßenverkehrspolizei
anhand der Bremsspuren nachgewiesen werden konnte.
In zwei anderen Fällen
von kapitalen Unfällen konnten die Fahrer nur noch tot geborgen werden.
Beide Unfälle des gleichen Charakters: überhöhte Geschwindigkeit! in
beiden Fällen sind die Fahrzeuge regelrecht aus der Kurve 'geflogen'.
Tagelang konnten die vollkommen demolierten Autowracks in den Seitengräben
begutachtet werden: eines kurz vor dem Kreisverkehr in Tarajalejo, das
andere in der kurvenreichen Strecke von La Lajita nach Costa Calma.
Ein deutscher Tourist war
das Opfer eines anderen tödlichen Unfalls an der Kreuzung von Costa Calma
nach La Pared, die übrigens gerade endlich zum Kreisverkehr umgebaut wird:
Das wahrscheinliche Übersehen eines Stopp-Schildes aufgrund der
abendlichen Lichtverhältnisse und das Nichtbeachten der Vorfahrt eines
sich auf der Hauptstraße befindenden LKWs waren als Gründe für den Unfall
verantwortlich.
Wie schon in der
aktuellen Ausgabe des Fuerte-Fan-Magazin beschrieben, ist die häufigste
Unfallursache die Nichtbeachtung von Verkehrsregeln. Leider sind immer
wieder Touristen zu sehen, die ihre Autos an den unmöglichsten Stellen
anhalten oder parken, um 'das Foto ihres Lebens zu schießen'. Sei es in
Serpentinenkurven, an Baustellen oder auf Zufahrtswegen. Fahren Sie bitte
bis zur nächsten Ausfahrt, zum nächsten Parkplatz oder bis zu einer
Ausweichbucht. Nicht alle, die hier auf den Straßen unterwegs sind, sind
Touristen und haben für die Fotosession Verständnis. Und sollten Sie es
schon nicht der anderen wegen machen, tun Sie es Ihrer eigenen Gesundheit
zuliebe.
Die 'rote Karte' erhalten
demnächst die 'Schuhmacher-Verschnitte', die meinen, sich an keine der
geltenden Verkehrsvorschriften halten zu müssen. Da wird bis auf die
Stoßstange aufgefahren, in Baustellen trotz durchgezogener Linie überholt,
ebenso wie in unübersichtlichen Kurven oder auf der schon angemerkten
Durchgangsstraße in Costa Calma. Die Polizei hat jetzt konsequenterweise
mehr Präsenz auf den Straßen angekündigt und auch bereits in die Tat
umgesetzt, wie all die inzwischen zur Kasse gebetenen 'Gurt-Muffel',
notorischen Falschparker und 'Verkehrs-Rowdies' bestätigen können.
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