Turbo-Bräune aus der Spritze
Forscher steuern die Bildung von Haut-Pigmenten durch ein Derivat eines
menschlichen Hormons
Amerikanische
Wissenschaftler haben eine Substanz gefunden, die das Braunwerden
beschleunigt: Der Melanotan-1 genannte Stoff wurde aus einem Hormon
entwickelt, das die Pigmentierung der Haut steuert. Dank dieser Substanz
könnten sich Menschen mit empfindlicher Haut besser vor Sonnenbrand und
seinen Folgen schützen. Eine erste klinische Studie hat bereits gezeigt,
dass Melanotan-1 weder alleine noch im Zusammenhang mit
Sonneneinstrahlung Nebenwirkungen verursacht. Das berichtet die Gruppe
um Robert Dorr von der Universität von Arizona in Tucson in der
Fachzeitschrift The Archives of Dermatology (Bd. 140, S. 827).
Bei ihrer Studie testeten die Forscher die Wirkung der Substanz an drei
Gruppen von Probanden über einen Zeitraum von zehn Tagen bis vier
Wochen. Von besonderem Interesse für die Wissenschaftler war dabei,
welche Effekte Melanotan bei Bestrahlung mit UV- und Sonnenlicht
verursacht. Untersucht wurde sowohl die erreichte Bräunung als auch
eventuelle Nebenwirkungen.
Die erste Gruppe von Probanden bekam für zehn Tage eine geringe Dosis
der Substanz, während eine zweite Gruppe die doppelte Dosis für die
gleiche Zeit erhielt. Die dritte Gruppe bekam ebenfalls die größere
Menge verabreicht, nun jedoch vier Wochen lang. Die Dermatologen setzten
Gesäß, Rücken und Nacken der Probanden entweder geringer Mengen
künstlicher UV-B-Strahlung oder kurzzeitig dem Sonnenlicht aus.
Die Personen der ersten Gruppe zeigten nur halb so viele Anzeichen von
Sonnenbrand wie eine Kontrollgruppe, die nur ein Placebo erhalten hatte,
berichten die Forscher. Bei den Versuchen mit der doppelten Dosis
bemerkten die Wissenschaftler eine deutlich stärkere Bräunung der Haut.
Die Probanden der letzten Testreihe, die am längsten das Melanotan
eingenommen hatten, benötigten nur noch die Hälfte der Zeit, um so braun
zu werden wie eine Kontrollgruppe. Auch hielt ihre Bräune mehr als drei
Wochen länger an als gewöhnlich.
Die getestete Substanz könnte es demnach nicht nur leichter machen,
schnell braun zu werden, vermuten die Forscher. Menschen mit
ungewöhnlich heller Haut könnte Melanotan-1 auch helfen, eine schützende
Bräune zu entwickeln. Bei ihnen ist der Pigmentanteil in der Haut zu
gering, um vor intensiver Sonneneinstrahlung zu schützen. Die Strahlen
dringen daher beinahe ungehindert in das Gewebe ein und erhöhen damit
die Wahrscheinlichkeit für Hautkrebs.
Quelle:
wisswnschaft.de
ddp/bdw – Benjamin Eckenfels
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