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Aktuelle Fuerteventura Kurznachrichten

(zusammengestellt am 09.11.2004)

 

Qualitätsmedaillen für vier Hotels auf Fuerteventura

Hoch in der Gunst der Gästeschar, die Fuerteventura als Urlaubsziel ausgewählt hatten, stehen vier Prestige-Objekte verschiedener Hotelketten auf unserer Sonneninsel.

Ausgewählt von den Gästen des größten europäischen Reiseveranstalters TUI, reihen sich jene Hotels in die Liste der 100 besten Ferienhotels der Welt ein.

Ausschlaggebend für die Nominierung war bei der konzerninternen Umfrage der hohe Qualitätsstandard und der erstklassige Service der nachstehenden Hotels: das 'Atlántis Palace' in Corralejo, das 'Costa Calma Palace' der Gruppe Sunrise Beach Hotels im gleichnamigen Ort, das Hotel 'Faro de Jandía' im Süden, sowie das RÍU 'Palace', direkt am Strand vor Morro Jable gelegen.

Volker Böttcher, Präsident im TUI-Konzern, liess es sich bei der Preisverleihung nicht nehmen, die ''gästeorientierte Führung'' der prämierten Hotels hervorzuheben, und auf die nachahmenswerte Mentalität der ''Boten eines erstklassigen Services'' hinzuweisen.
 

Turismo Rural - Ferien auf dem Lande...

Richtig heißen müsste es allerdings: Ferien im Landesinneren. Das Angebot jener kleinen, privat betriebenen Unterkünfte ist bislang weniger bekannt als das der großen Hotelanlagen an den sandigen Stränden von Fuerteventura.

Die Anbieter verstehen sich als Alternative zu den Bettenkolossen, in landschaftlich reizvoller Umgebung in den Bergen, mit klar differenzierten Freizeitangeboten. Die meist kleineren Hotelbetriebe sind allesamt detailgetreu restaurierte Gehöfte oder Gutsanlagen, die in der Ausstattung ihren größeren Brüdern in den Touristikzonen in nichts nachstehen.

Individualurlaub wird hier groß geschrieben, wirkliches Entspannen ist gesichert.
Vorsicht: Nicht für Nachtschwärmer und Fiesta-Suchende zu empfehlen!

Auskunft können Interessierte beim 'Cabildo de Fuerteventura' erhalten, oder auf folgenden Websites:
www.fuerteventuraturismo.com (dort auf den Link: Fuerteventura rural); www.ecoturismocanarias.com (dort auf Fuerteventura);
www.toprural.com (weiter auf Fuerteventura).
Anm.: Alle Seiten sind in spanischer Sprache, allerdings mit einer einfachen Menüführung, die auch Nicht-Spanisch-Sprechenden gerecht wird.

Ende Oktober fand auf Fuerteventura der III. Kongress des Ländlichen Tourismus statt. Vorgesehen war eine Neuorganisierung und die Eingliederung neuer Mitglieder in das Forum, das sich mit seinem Angebot ein Stückchen von der Tourismus-Torte abschneiden will. Man sieht sich nicht als Konkurrenz zu den großen Hotelanlagen an den kilometerlangen Sandstränden, sondern vielmehr als Alternative oder Abwechslung zu dem eintönigen Sand-Sonne-Meer-Urlaub vom Gros der Urlaubs- und Erholungssuchenden.
 

Residente Führerscheininhaber: Aufgepasst!

Wer schon längere Zeit auf Fuerte (oder in Spanien überhaupt) sesshaft ist, dem ist bestimmt auch schon folgendes passiert: Verkehrskontrolle. Der Beamte verlangt die Papiere, worauf ihm - unter anderem - die Residencia ausgehändigt wird.

Beim Führerschein angekommen, macht der kontrollierende Beamte darauf aufmerksam, dass jener gegen seine spanische Ausgabe umgetauscht werden müsste, da man hier ansässig sei. Laut einem deutschsprachigen kanarischen Radiosender sollen auch mehrfach Bußgelder verhängt worden seien, was ich selbst — schon des Öfteren in den letzten zehn Jahren in Verkehrskontrollen gekommen — nicht nachvollziehen kann. Wie dem auch sei: Damit ist jetzt Schluss!

Laut einem Gerichtsurteil des Europäischen Gerichtshof vom 7. September dieses Jahres
ist diese Praxis für rechtswidrig erklärt worden. Bezug nehmend auf eine Verordnung des EU-Parlaments aus den Vorjahren, in dem das Modell (rosa) des EU-Führerscheins seinem Besitzer im gesamten EU-Gebiet erlaubt, Fahrzeuge der Führerscheinklasse entsprechend zu führen, ist nun nach mehrjährigen Klagen vor dem EU-Gerichtshof stattgegeben worden.

Laut dem spanischen Verkehrsministerium sind alle Beamten inzwischen auf die 'neue' Rechtslage hingewiesen worden.

Sollten Sie sich noch im Besitz des älteren, grauen Dokuments befinden und Ihren Wohnsitz nach Fuerteventura, eine andere Insel oder auf's spanische Festland verlegen und Ihren Führerschein aber nicht gegen den spanischen eintauschen wollen, empfehlen wir, jenen auf Ihrem Verkehrsamt in Deutschland gegen das aktuelle EU-Modell einzutauschen.
 

Das Kulturzentrum 'Juan Ismael' feiert einjähriges Bestehen

Das alte Kino ('Cine Marga', für Fuerte-Veteranen) im Stadtteil 'El Charco' in Puerto del Rosario hatte sich nach längerer Umbauphase in einen neuen Schauplatz verwandelt: ein Kulturzentrum für allerlei mit Kunst und Kultur verbundene Anlässe.

Ausstellungen, Arbeitsgruppen, Vorträge, Versammlungen, etc. haben das öffentliche Interesse (nicht nur der einheimischen Bevölkerung) nach anfänglicher Skepsis geweckt.

Seit der Eröffnung am 17. Oktober letzten Jahres (wir berichteten an dieser Stelle)
haben über 18.000 Personen die Installationen besucht und aktiv oder passiv an den Veranstaltungen teilgenommen. Überrascht war man über den 18%igen Anteil von Urlaubsgästen, ist die Inselhauptstadt doch eigentlich nicht unbedingt DER Anlaufpunkt für Urlauber.

Schon mal zum Vormerken: Große Pläne hat man für das Jahr 2007, in dem sich das Geburtsjahr des Künstlers und Namensgebers des Kunstzentrums, Juan Ismael, zum einhundertsten Mal jährt.

Aktuelle Ausstellung:
'dEmo' mit seinem Werk 'Oso del mar' (Meer-Bär), noch bis Dezember.
 

Betancuria im Rampenlicht

Die Insel zelebrierte am vergangenen Freitag die 600-Jahres-Feier der antiken Ansiedlung, gegründet vom normannischen Eroberer Jean de Bethencourt vor sechs Jahrhunderten.

Begrünung der Zufahrtstrassen und des Ortskerns, Abschluss einiger Restaurierungs-arbeiten und neue Fassadenanstriche standen in den letzten Wochen auf den Arbeitsplänen. Ein kleiner Wermutstropfen in allerletzter Minute: Man befürchtet den Einsturz des Balkons des Museums 'Arte Sacro' (heilige Kunst) im Zentrum. Aus diesem Grund ist der vom Zahn der Zeit angenagte Balkon und der Zugang über die teilweise aus Holz gearbeitete Treppe gesperrt.
Das 'Museo de Arte Sacro' befindet sich in einem antiken Gutshaus, das den obersten kirchlichen Würdenträgern in jener Epoche als Unterkunft diente. Im Museum selbst befinden sich eine großartige Sammlung von Gemälden und Skulpturen sowie Arbeiten des Goldschmiedehandwerks.

Dem feierlichen Festakt, bei dem auch ein neues Denkmal zur Erinnerung an die Bedeutung Betancurias als erstem Bischofssitz der Kanaren (was den ersten Schritt zur Integration der Kanaren in Europa bedeutete) eingeweiht wurde, wohnten nicht nur alle 6 Bürgermeister der Inselgemeinden bei, sondern auch der Präsident der Inselregierung, der kanarische Tourismusminister, sowie der kanarische Parlamentspräsident.

Besonderer Ehrengast war der Bürgermeister von Grainville, der Ortschaft in der Normandie, in dem der Gründer von Betancuria, Jean de Bethencourt, geboren wurde.
 

Haushaltsplan der Kanarischen Inseln für 2005 vorgestellt

Ende Oktober sind die neuen Zahlen für das vor der Tür stehende Jahr 2005 bekannt gegeben worden. Demnach darf die kanarische Selbstverwaltung mit einer staatlichen Finanzspritze von knapp 5,2 Milliarden € rechnen.

Die Eigenkalkulation des kanarischen Parlaments hatte für sich selbst nur runde 5,1 Milliarden ergeben, was einen Überschuss von annähernd 100 Millionen € ergibt.

Aufgeteilt auf die verschiedenen Sparten, sieht der Haushaltsplan über 360.000.000 € für die Eigenverwaltung und die Justiz vor; eine leichte Erhöhung im Vergleich zum Vorjahr.
33% mehr Gelder werden in den Umweltschutz und Raumordnungsmaßnahmen investiert (135 Mio €uro).
Die größten Batzen gehen in die Erziehung, Kultur und Sport (1.501 Mio. €) und das Gesundheitswesen (1.896 Mio. Euro). Stark gestrichen wurde die Investition in den Immobilienmarkt (Wohnungen und Wohnhäuser für die residente Bevölkerung), die lediglich eine Summe von runden 120 Mio. Euro vorsieht, weniger als ein Drittel der Vorjahresinvestition. Angegeben wurde als Grund dafür das Fehlen von Baugebieten...(??)

Für Fuerteventura sind Ausgaben in Höhe von knapp über 50 Millionen Euro eingeplant,
etwa 2,2 % mehr als im Vorjahr. Die staatlichen Pro-Kopf-Ausgaben (wohlgemerkt: berechnet nach der residenten Einwohnerzahl) erhöhen sich um 22% und belaufen sich auf 675,71 € pro Einwohner. Damit investiert der spanische Staat weiterhin in die Verbesserung der Infrastruktur auf allen Gebieten unserer Insel, während im Vergleich dazu für die bereits besser entwickelten Inseln Gran Canaria und Teneriffa im Haushaltsplan nur rund 300 €
pro Einwohner angesetzt sind.
 

EU-Bremse für die Marine?

Noch immer aktuelles Thema auf den Kanarischen Inseln im Allgemeinen und Fuerteventura im Konkreten sind die Todesfälle der Delfine während und nach Militärübungen in den Gewässern um das kanarische Archipel. (Wir berichteten.)

Die jüngsten "Kriegsspiele", stattgefunden um die westlichsten Inseln, haben erneut aufgezeigt, dass die Militärübungen in direktem Zusammenhang mit den Todesfällen der Delfine stehen.

Ein jüngst getroffenes Abkommen zwischen dem Verteidigungsministerium und dem spanischen Parlament, in Vertretung der kanarischen Regierung, in dem sich die Marine verpflichtete, die Atlantikgewässer um den kanarischen Archipel weiträumig zu meiden, ist nicht eingehalten worden.

Seitens der Inselregierung von Fuerteventura werde man diesen Vorfall bei der zuständigen EU-Instanz vortragen, um nun eine Regelung per EU-Umweltschutz-Gesetz erreichen.

 

Gleichgewicht zwischen Bevölkerung und Tourismus

Der Präsident der Vereinigung der Bauunternehmen und Promotoren von Fuerteventura (AECPF), Juan Jesús Rodríguez Marichal, schlägt dem Tourismus-Management und den Verwaltungen eine Rate von 2,5 Einwohnern pro aufgestelltem Gästebett vor.

Dieses Zahlenverhältnis ist von der Weltorganisation des Tourismus als gesundes Verhältnis zwischen den kontroversen Parteien 'Urlauber' und 'arbeitende Bevölkerung' erarbeitet worden.

Die verschiedenen Bodennutzungs- und Entwicklungspläne der kanarischen Regierung beruhen in erster Linie auf diesen Grundsätzen, wenn auch die Wirklichkeit dem kaum entspricht. Fuerteventura mit seinen derzeit knapp 70.000 Einwohnern kann eine ebenso hohe Zahl an Hotelbetten vorweisen; ein Verhältnis von 1:1.

Bei Zugrundelegung der momentanen touristischen Bettenkapazität läge der Nachholbedarf an Einwohnern im Moment bei 105.000 Personen. Von der Verwaltung ist kalkuliert worden, dass diese Einwohnerzahl nach dem Jahr 2010 erreicht werden wird.

Und da widerspricht sich die Verwaltung selbst, da im neuen Haushaltsplan der Etat für Städte- und Wohnungsbau um 66% gestrichen wurde. Wo geht's lang?

 

 

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