Fuerteventura Inselnachrichten Mai 2001

Fuerteventura Infos
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FUERTEVENTURA - NACHRICHTEN DER SAISON
Ausgabe Mai 2001

aus unserem

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Steigende Besucherzahlen,
doch noch mehr steigende
Bettenkapazitäten

Fuerteventura registriert weiter steigende Besucherzahlen. Rund 107.432 europäische Besucher, damit 4.066 oder 4% mehr als im Vorjahr, bescherten den Veranstaltern im Februar Zuwächse.
Auch auf die beiden ersten Monate des Jahres gerechnet suchten mehr Menschen die Ruhe der Urlaubsinsel. Mit 213.264 Besuchern stieg ihre Zahl um 7,23% gegenüber den ersten Monaten des letzten Jahres.
Die bedeutendsten Herkunftsländer waren nach wie vor Deutschland mit 51.386 Reisenden im Februar, gefolgt von den Engländern mit 31.443 Touristen. An dritter Stelle folgten die Schweden mit 6.602 Personen. Am 20. April schlossen die skandinavischen Reiseveranstalter ihre Büroräume auf Fuerteventura, um wie gewohnt bis Oktober Ferien vom Urlaub zu machen.
Die spektakulärsten Zuwächse gab es indes bei den Österreichern und Belgiern. Klein an Zahl, beide Länder zusammen bewegen nur rund 1.500 Gäste, stieg ihre Ziffer um beinahe 40% im Vergleich zum Vorjahr.
Unterm Strich steigt die Zahl der Besucher jedoch nicht in dem gleichen Tempo wie die Zahl neuer Betten. Eine nicht ganz neue Erkenntnis, die letztlich zu dem Anfang des Jahres verfügten Baustopp geführt hat.
Eine direkte Folge dieses Missverhältnisses sind sinkende Angebotspreise. Dies bestätigte der Generalsekretär des Hotel- und Gaststättenverbandes, Francisco Gómez und fügte hinzu, dass in dieser Situation vor allem die großen Reiseveranstalter ihre Chance nutzen, die Preise weiter zu drücken. So fielen die Preise pro Bett und Nacht allein in den vergangenen zwei Jahren um die Hälfte, im Schnitt von 6000 auf 3000 Peseten.
Dies liegt nicht zuletzt an jenen Hoteliers, die zugunsten einer besseren Auslastung ihrer Anlage auf hohe Gewinne verzichten, ein Trend, der nach Ansicht von Gómez die gesamte Branche in Probleme stürzen kann.
Freuen können sich über dieses uneinheitliche Vorgehen neben den Reiseveranstaltern, die ihre Gewinne auf Kosten der Zielgebiete weiter steigern dürfen, vor allem die Besucher, denen bis vor nicht allzu langer Zeit ihr Urlaubsbudget keinen Kanarenurlaub erlaubte.
Wenig Hilfe erfahren die Geschäftsleute von Seiten der öffentlichen Institutionen, die nach Einschätzung des Verbandssprechers durch immer neue Vorschläge und Diskussionen die Branche im Ungewissen lassen. Allein auf der Tourismusmesse in Berlin, bedeutendste ihrer Art, hätte sich gezeigt, dass die Politik auf der einen Seite die Sorge der Hoteliers zur Kenntnis nimmt und Hilfe verspricht, auf der anderen Seite aber mit großem Werbeaufwand am Messestand Angebote lanciert, die weit unter dem bisherigen Preisniveau zu finden sind.

Insel-Museen werden für
den Sommer vorbereitet

Das archäologische Museum in Betancuria wird wegen Renovierungsarbeiten vorübergehend geschlossen, und in La Oliva wird das Historische Inselmuseum vorbereitet.
Die Inselverwaltung hat mit Hilfe einer Subvention der Kanarischen Regierung rund 5 Millionen Peseten bereitgestellt, um die notwendigen Erneuerungsarbeiten am archäologischen Museum in Fuerteventuras alter Hauptstadt noch vor der Sommersaison durchführen zu können. Besonders die Probleme, die durch undichte Außenmauern und Dachteile verursacht werden, sollen beseitigt werden. Gleichzeitig sollen die bestehenden Ausstellungsräume vergrößert und modernisiert werden. Das Museum beherbergt neben historischen Fundstücken aus der Zeit der Besiedlung auch solche aus prähistorischer Zeit und einige wichtige ethnografische Objekte.

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Architekt und Bauingenieure des Projekts
"Historisches Inselmuseum Fuerteventura"

Der Bildungsminister der Kanarischen Regierung, Ruano, nutzte derweil seinen Besuch auf Fuerteventura, die Restaurierungsarbeiten an der historischen “Casa de Los Coroneles” in La Oliva zu besichtigen. Hier soll

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Das Museum in Betancuria wird demnächst wegen
Renovierungsarbeiten vorübergehend geschlossen

nach Beendigung der Arbeiten das historische Inselmuseum einziehen. Neben Objekten zur Inselgeschichte sollen hier auch Gegenstände im Zusammenhang mit den Offizieren, die seit 1708 das Gebiet beherrschten, ausgestellt werden.
Das “Haus der Obersten” gehört seit 1994 zum Besitz der Kanarischen Regierung und gilt nicht nur inselweit als wichtiges Kunst- und Kulturerbe.

In El Cotillo formiert sich Widerstand
gegen die geplanten Hotelneubauten

Anfang April verlangte der Sprecher der sozialistischen Opposition der Gemeinde La Oliva, Felipe Miranda, die dringliche Einberufung einer Sitzung, um über die bevorstehende Errichtung von sechs Hotels im Bebauungsplan der Costa del Faro bei El Cotillo zu verhandeln.
Nach seiner Einschätzung handelt es sich hierbei um eine enorm relevante Frage, sollen an diesem Ort doch 3000, nach anderen Informationen bis zu 6000 neue Betten entstehen. Miranda warf der Baufirma Oliva Oceanida S.L. vor, der Regierung in La Oliva ein giftiges Bonbon in Form von 800 Millionen Peseten allein für Lizenzen verabreicht zu haben, von denen ein Viertel in bar über den Regierungstisch gegangen sein sollen. Laut Vereinbarungen, in die der Sozialistensprecher offenbar erst kürzlich Einblick erhielt, sollen
die gezahlten 200 Millionen binnen 48 Stunden zurückgezahlt werden, falls die Abstimmung am folgenden Tag gegen den Bau ausfallen sollte.
Zur Erinnerung sei gesagt, dass dieses Projekt nicht erst seit gestern im Gespräch ist (Wir berichteten bereits im September 2000 darüber) und es sich um ein Prestigeprojekt für La Oliva unter Beteiligung des renommierten Club Mediterranée handeln sollte. Inzwischen ist bekannt geworden, dass der Club Mediterranée nicht im entferntesten etwas mit diesem Projekt zu tun hat.

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Nachbarschaftsvertreter bei einer Besprechung

Wie zu erwarten wurde der Plan am Folgetag beschlossen und kurz darauf trafen sich in El Cotillo die ersten Nachbarschaftsvertreter, um über ihr weiteres Vorgehen zu beraten. Man fragt sich, wie es möglich ist, ein derartiges Vorhaben an einem Ort umzusetzen, der als Gegend besonderer Naturschönheit bekannt ist und ursprünglich unter Schutz gestellt werden sollte, zudem in Zeiten des Baustopp, der gerade dies verhindern sollte. Einigen Teilnehmern fiel auf, dass die Polizei seit geraumer Zeit das Campen an den beliebten Stränden untersagt.
Den Einwohnern ist das Vorgehen ihres Bürgermeisters Domingo González im Fall La Caldereta (wir berichteten in der letzten Ausgabe) noch deutlich vor Augen und so werden wir aus dem äußersten Nordwesten der Insel noch einiges zu berichten haben.

Kanarische Regierung
spendiert der Insel Lebensretter

Die Kanarische Regierung hat durch die Generalvertretung für Sicherheit und Notfälle (DGSE) Gelder für einen maritimen Notrettungsdienst freigemacht, der bereits im Juli seine Arbeit auf Fuerteventura aufnehmen soll.
Danach werden im Hafen von Corralejo und Morro Jable die bestehenden Einsatzmittel aufgerüstet und zu einer vollwertigen Seerettungsbasis ausgebaut.
Öffentliche Ausschreibungen suchen nach Firmen, die den technischen Dienst und das Personal bereitstellen sollen, mit dem zukünftig vor allem die Aufgaben der Lebensrettung an den touristischen Stränden, aber auch das Aufspüren von Umweltdelikten, Evakuierung in Notfällen und Vorsorge gegen Seeunfälle bewerkstelligt werden sollen.

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"Baywatch" am Dünenstrand von Corralejo

Die Einsatzkräfte werden hiernach 24 Stunden am Tag rund ums Jahr in Bereitschaft sein und können über den internationalen Notruf 112 benachrichtigt werden.

Einheimische Investoren
zieht es auf die Kapverden


Eine Gruppe einheimischer Investoren besuchte Ende März den Nachbararchipel Kapverden, um sich über die Situation ihrer bislang getätigten Einlagen und Beteiligungen zu informieren.
Das hiesige Unternehmen Cabocan, das in Zusammenhang mit Firmen touristischer Art vor allem in Costa Caleta (Caleta de Fustes) steht, leitete diese Visite. Cabocan hat Pläne, eine größere touristische Anlage auf der Hauptinsel Sal zu bauen, deren Vorarbeiten bereits begonnen haben.

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Gruppe der Investoren vor dem Rückflug

Ein Sprecher der Gruppe wies darauf hin, dass Investitionen auf den Kapverden eine langfristige Anlage sein müssen, da die Lage der Inseln mit der auf den Kanaren vor 40 Jahren vergleichbar sei. Es fehle beispielsweise an touristischer Infrastruktur, es existiert das Problem der Armut großer Teile der Bevölkerung, und die Inseln liegen weiter von den Herkunftsländern seiner Besucher weg, als die Kanaren. Dennoch profitieren die Kapverden von Förderprogrammen der Europäischen Union und so sei es nur eine Frage der Zeit, bis die touristische Entwicklung in stärkerem Umfang einsetzt.
Unter den Teilnehmer der Besuchsgruppe befand sich auch der Tourismusminister der Inselverwaltung von Fuerteventura, Ancieto Rodríguez, mit einigen Familienmitgliedern, die Anteilseigner der Cororasa S.A. sind. Ebenfalls dabei waren Vertreter der Baugesellschaft Favimar, die derzeit in La Lajita tätig ist, sowie Vertreter der Versicherungsgesellschaft Mapfre.

Verkauf von Autos und
Motorrädern stark rückläufig


Der Verkauf von Automobilen auf Fuerteventura ist in den ersten zwei Monaten dieses Jahres um 33,87% gegenüber dem Vorjahr zurückgegangen.
Nur 410 Fahrzeuge konnten abgesetzt werden, 210 weniger als zuvor. Damit ist Fuerteventura in diesem Sektor kanarenweit auf den letzten Platz gerutscht.

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Seit kurzem herrscht in der Hauptstadt generelles
Nachtfahrverbot für motorisierte Zweiräder von 23 Uhr
abends bis 6 Uhr früh

Die größten Einbußen erlitt erwartungsgemäß der Bereich der Geländewagen, nachdem Anfang des Jahres die Steuer hierauf erhöht wurde. Um ganze 50% ging ihr Absatz zurück.
Überdurchschnittlich verlor auch der Kleinwagenmarkt mit einem Rückgang von 38,78%. Leicht profitieren konnten nur die Verkäufer von Lastkraftwagen aller Größen.
Auch der Verkauf von Motorrädern, vor allem kleinerer Klassen, ging um fast 70% drastisch zurück. Die Händler führen dies auf das Nachtfahrverbot in der Hauptstadt zurück. Seit Neuestem dürfen in Puerto del Rosario zwischen 23 Uhr und 6 Uhr früh keine Motorräder mehr fahren, Zuwiderhandlung wird mit Geldstrafen ab 10.000 Peseten belegt.
Ein betroffener Händler klagt gar über Absatzrückgänge über 75% und weist darauf hin, dass es nicht rechtens sein könne, wenn ein Besitzer, der alle gängigen Auflagen in Bezug auf Lärmminderung am Fahrzeug berücksichtigt und Versicherung für 24 Stunden täglich bezahlt, die Hälfte der Zeit nicht fahren dürfe. Erschwerend für die Händler kommt hinzu, dass auch die Versicherungen mächtig aufgeschlagen haben und Beiträge bis zu 45.000 Peseten kassieren

Hauptstadt-Hafen
fühlt sich benachteiligt


Der Hafen von Puerto del Rosario wird im Katalog des Netzwerkes Transeuropäischer Hafenbetriebe bis auf weiteres nur in der Kategorie “B” verzeichnet bleiben.
Häfen der Kategorie A müssen ein Passagiervolumen über 200.000 jährlich oder einen Mindestumschlag von 1.500.000 Tonnen Waren im Jahr aufweisen. Damit ist Puerto del Rosario zusammen mit La Estaca, dem Hafen von El Hierro, der einzige Hafen der Kanarischen Inseln, der nicht zur ersten Kategorie gezählt wird.

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Die Hafenmole von Puerto del Rosario
Die Hafenverwaltung setzt jetzt auf Fördergelder aus Brüssel

Der Präsident der Verwaltung der Häfen von Las Palmas hat daraufhin nahegelegt, Eingaben bei der Kommission in Brüssel über den Status des Hafens von Fuerteventura zu zeichnen, die der wahren Bedeutung des Standortes gerecht werden. Paradoxerweise haben nämlich die Häfen von Corralejo und Morro Jable die Einstufung in die höchste Kategorie, da sie jeweils über 200.000 Passagiere pro Jahr abfertigen.
Ein ähnliches Problem hatte bis vor kurzem auch der Hafen von Arrecife auf Lanzarote, der jedoch im vergangenen Jahr durch einen höheren Warenumschlag auf den begehrten A-Platz kam.
Ein anderes Problem für den hiesigen Hafen ist die Bewertung seines Landbesitzes, da dies in direktem Zusammenhang mit den Einnahmen aus der Lizenzvergabe für ansässige Firmen steht. Hier sollte der Wert zum Nachteil der Hafenverwaltung nach unten korrigiert werden.
Dennoch hat der Präsident der Häfen der Provinz Las Palmas darauf hingewiesen, dass die Einstufung B nicht unbedingt bedeuten muss, weniger Subventionen aus dem Entwicklungsfonds der Europäischen Union zu erhalten. Im Gegenteil ist jede Maßnahme förderungswürdig, die eine Verbesserung der jetzigen Situation anstrebt.

Fuerteventura in der größten
Dürreperiode seiner Geschichte

Zum Welt-Tag des Wassers, der am 22. März weltweit begangen wurde, fiel den hiesigen Institutionen, mit Ausnahme der Gemeinde Pájara, nicht viel ein.
Trotz der Tatsache, dass diese Insel weit mehr Probleme mit dem Element hat als alle anderen Inseln des Archipels, und obwohl die Inselverwaltung extra ein Ministerium für Wasser besitzt, war es nur die Gemeinde Pájara, die sich zumindest an den Schulen der Problematik bewusst wurde, und sei es auch nur für den einen Tag.
Tatsächlich haben die Auswirkungen der Dürre in den letzten Jahren zu einer erheblichen Reduzierung der landwirtschaftlichen Flächen geführt. Von den 300 Hektar, die Ende der 80er Jahre kultiviert wurden, können heute noch ganze 50 Hektar genutzt werden.

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Die über Jahrzehnte ausgetrockneten, erodierten
Böden nehmen nur noch schwer Wasser auf

Gleichzeitig können alternative Anbauformen, wie die Bananenpflanzungen oder die Aloe-Vera-Plantagen nicht weiter wachsen, da das Problem der Bewässerung nicht gelöst ist. Ebenfalls zurückgegangen sind die Wassermengen in den so genannten Pozos, den traditionellen Tiefbrunnen, einst das Hauptspeichersystem der Insel.
Bei der Viehzucht sieht es nicht anders aus. Wegen fortschreitender Verwüstung und Mangel an Weideland müssen die Farmer Futter teuer importieren, was natürlich auch die Preise ihres Viehs in die Höhe treibt.
Die letzte Periode, an die man sich erinnert, in der ausgiebige und gleichzeitig ergiebige Regenfälle zu verzeichnen waren, war in den 50er Jahren. Denn Regen ist nicht gleich Regen. Damit die hiesigen Böden den Niederschlag tief genug aufsaugen können, dürfen die Regentropfen nicht zu dick sein, und es muss mindestens 6 Stunden ununterbrochen regnen. Solche Idealberieselungen gab es zuletzt in den Dezembermonaten der Jahre 1991 und 1998. Viel zu selten, um den Grundwasserspiegel nachhaltig aufzufüllen.
Einziger Lichtblick sind die modernen, aber kostspieligen und umweltschädigenden Möglichkeiten der Meerwasserentsalzungsanlagen, die der Insel wohl auch in Zukunft wenigstens die Grundversorgung mit diesem elementaren Gut sichern.

Bürgermeister von Tuineje
der Veruntreuung bezichtigt


Der örtliche Verband der sozialistischen PSOE von Tuineje warf kürzlich der Stadtverwaltung unter Bürgermeister Ávila vor, öffentliche Gelder für Projekte privater Natur einzusetzen, während wichtige Gemeindeaufgaben vernachlässigt würden.
Nach Aussage der Sprecherin der PSOE, Rita Díaz, werden etwa Gelder in die Sanierung eines Vorortes von Giniginamar gesteckt, in dem überwiegend Verwaltungsangestellte und Vertreter der regierenden Coalición Canaria (CC) leben, derweil andere Orte bei Tiscamanita und Tuineje seit Juli 1999 auf den Beginn dringender Renovierungs- und Ausbauarbeiten warten.
Bereits in der vorherigen Legislaturperiode wurde mit der Sanierung des Ortskernes von Giniginamar und der Kläranlage begonnen, die jedoch mangels Mittel verschoben werden musste. Das Projekt wurde nun dahingehend modifiziert, künftig Subventionen beantragen und es so in dieser Amtszeit umsetzen zu können.
Die sozialistische Opposition hat inzwischen deutlich gemacht, keine Investitionen zu unterstützen, die allein der Instandhaltung von Infrastruktur in privaten Wohnorten dienen, schon gar nicht in solchen, in denen die Eigentümer keinen Wohnsitz haben.

Diskussionsforum
über touristische Zukunft


Die konservative Volkspartei von Fuerteventura hat ein Diskussionsforum ins Leben gerufen, in dem über das bessere Modell einer neuen touristischen Infrastruktur in Zusammenhang mit dem Baustopp verhandelt werden soll.
Anfang April zog die Partei mit Vertretern über die Insel, um im direkten Kontakt mit der Bevölkerung Meinungen zu erkunden, die sie in ihr politisches Programm aufnehmen können.
Jeder Bürger (auch Residenten!) war hier und ist weiterhin aufgerufen, seine Ansicht über die touristische Entwicklung seiner Insel mitzuteilen, wobei die Betonung der Aktion auf der Erfassung eines möglichst breiten Meinungsbildes liegt. Daher wurde inselweit gefragt und alle Bereiche, auch der Wirtschaftssektor, mit einbezogen.

Majoreros
sterben immer früher

Auf Fuerteventura sterben die meisten Menschen an den Folgen einer Blutkreislauferkrankung, zu der neben Lungenembolien, Arteriosklerose und rheumatischen Erkrankungen auch der Herzinfarkt gezählt wird.
33 Männer und 34 Frauen verstarben im vergangenen Jahr an einer in diesem Zusammenhang stehenden Krankheit und führen mit fast 35% die von dem Kanarischen Statistischen Institut (Istac) veröffentlichte Liste der Todesursachen an.
Zweimal mehr Männer als Frauen starben an den Folgen einer Tumorerkrankung. Dieses Schicksal ereilte rund 23% der verstorbenen Bevölkerung, wobei hier der Altersdurchschnitt höher ist, als bei der dritthäufigsten Todesursache, die zusammengefasst wird in Vergiftungen und Verkehrsunfälle.
Tatsächlich sterben auf dieser Insel beinahe so viele Menschen durch Unfälle im Straßenverkehr wie durch Vergiftungen, denen größtenteils Selbstmordabsichten vorausgingen. An vierter Stelle der Statistik stehen tödlich verlaufende Lungenerkrankungen, denen 6% der vor allem männlichen Verstorbenen zum Opfer gefallen sind. Im Verhältnis Verstorbener zur Einwohnerzahl führt die Gemeinde Antigua die morbide Statistik an.
Gleichzeitig wurde festgestellt, dass die mittlere Lebenserwartung auf Fuerteventura bei genau 68,09 Jahren liegt. Männer werden hiernach durchschnittlich nur 65,18 Jahre alt, Frauen 72,23 Jahre.
Tatsächlich ist dies die niedrigste Lebenserwartung aller Kanarischen Inseln, was auch auf den großen Anteil sehr jung durch Unfälle Getöteter zurückzuführen ist. Deutlich länger Leben die Einwohner von La Gomera, im Schnitt werden sie 72,85 Jahre alt, die von La Palma 75,33 Jahre und schließlich die Bewohner von El Hierro mit einer durchschnittlichen Lebenserwartung von 76 Jahren.
Eine ähnlich hohe Lebenserwartung (78,2 Jahre) hatten die Majoreros noch Ende der 60er Jahre, bevor der Tourismus und die “Zivilisation” die Insel heimsuchte. Eine im wahrsten Sinne des Wortes denkwürdige Entwicklung!

Umfrage: 62% halten den
Gemeindebezirk Tuineje für dreckig


Eine Studie, die von der Abteilung für Umwelt, Gesundheit und Verbraucher in der Gemeinde Tuineje erstellt wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass gut 62% der Befragten ihre Gemeinde für sehr dreckig oder zumindest dreckig halten.
Dies zeugt zwar für ein wachsendes Umweltbewusstsein, stellt aber der Gemeinde, zu der u.a. Tuineje, Gran Tarajal und Tarajalejo gehören, kein gutes Zeugnis aus.
Danach halten 40% die Dienste der Müllabfuhr für unzureichend, Dreiviertel der Befragten klagen über zu wenig öffentliche Abfallbehälter und Müllcontainer. Andererseits wurde herausgefunden, dass nur 0,5% aller Haushalte ihren Hausmüll termingemäß vor der Abholung aus dem Haus bringen, der Rest hält sich an keine Ordnung. Ganze 70% der Befragten gaben zu, ihren Glasabfall nicht in die dafür vorgesehenen Container zu bringen.
Die eigens eingerichteten Punto limpios, die zentralen Müllsammelstellen, werden nur von jedem dritten Einwohner aufgesucht. Von diesen entsorgen 10% ihre Haushaltsgeräte hier, 74% entsorgen in der Sammelstelle vor allem benutztes Frittierfett.
Jede zweite leere Batterie wird mit dem gewöhnlichen Hausmüll weggeworfen. Nur 6% landen in einer Sammelstelle, der Rest wird immerhin in den in Geschäften zur Verfügung gestellten Behältern gesammelt.
Als Argumente für ihr Verhalten geben die Befragten zu 30% die Entfernung zur Station an, 32,5% sehen keine Notwendigkeit, ihre Gewohnheiten zu ändern.

Steigende Arbeitslosenzahlen

Fuerteventura hat im Monat März einen starken Anstieg der Arbeitslosenzahlen auf 1.771 zu vermelden.
Das erste Mal seit zwei Jahren wurde damit die psychologische Schranke von 1.700 durchbrochen. Die größten Verlierer waren einmal mehr die Frauen, die 67% der Arbeitssuchenden repräsentieren. Besonders betroffen war zu über 80% der Dienstleistungssektor, dicht gefolgt von der Baubranche und schließlich der Industrie.
Diese Rate spiegelt sich indes nicht in den Arbeitsvertragsabschlüssen wieder, deren Zahl in den vergangenen Monaten kontinuierlich stieg. Mit 3.915 geschlossenen Verträgen, von denen 322 unbefristet waren, stieg diese Zahl um 235 oder um knapp 7%.

Dramatische Flucht
aus dem Immigrantenheim

Bereits Ende März ereignete sich das Flüchtlingsdrama in dem Aufnahmeheim für minderjährige Immigranten, als eines Morgens die Nationalpolizei vier Jugend-liche zur Ausweisung in ihr Heimatland abholte.
Fast alle verbliebenen Heimkinder flüchteten daraufhin aus dem Haus und halten sich zum Teil bis heute versteckt.
Nach dem Gesetz soll ein Minderjähriger erst ausgewiesen werden, sobald die Eltern in seinem Heimatland ermittelt wurden. Dies war bei vier der 34 Insassen des Aufnahmelagers in Puerto del Rosario der Fall, als die Polizei an jenem Morgen das Haus besuchte. Daraufhin flohen 27 der verbliebenen 30 Jugendlichen und Kinder noch am gleichen Tag aus dem Heim, aus Angst vor demselben Schicksal.
Bereits Tage zuvor ging das Gerücht um, die problematischsten der Flüchtlingskinder würden ausgewiesen, da keine andere Institution auf dem Archipel für ihre Unterbringung sorgen wollte. Die Betroffenen zögerten nicht länger und verließen die Anstalt. Einige kamen zum Mittagessen zurück, um gleich darauf erneut die Flucht zu wagen.
Zeugen berichteten in den folgenden Tagen, die Kinder in der Hauptstadt gesehen zu haben, einige wurden in La Oliva und Corralejo gesehen. Mindestens fünf Jugendlichen gelang die Flucht nach Lanzarote, von rund zehn Minderjährigen fehlt jede Spur.

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Immigranten-Kinder von der West-Sahara

Dem zuständigen Minister für Soziales, Natividad Cano, wird von der Opposition vorgeworfen, die Flucht vor der Öffentlichkeit 48 Stunden lang geheimgehalten und die Behörden in Lanzarote nur durch ein formloses Fax von der Situation in Kenntnis gesetzt zu haben.
Auch von Seiten der Spanischen Gesellschaft für Flüchtlingshilfe wurde Kritik laut. Ihr Repräsentant Pedro Santana formulierte, dass es nicht sehr überzeugend sei, Integration in die Gesellschaft zu predigen und anschließend die erste Gelegenheit zur Ausweisung zu Nutzen. Mittel für Integration, Zeit und Anstrengungen wurden investiert um das Ziel der Eingliederung glaubhaft zu machen und dann würden ohne Vorwarnung und unter dem Vorwand der Familienzusammenführung Kinder nach ein oder zwei Jahren in ihr Heimatland ausgewiesen.
Unterdessen verwehrte der Sozialminister Natividad Cano dem Sprecher der sozialistischen PSOE, Juan Carlos Alemán, den Zutritt zu dem Aufnahmelager der Hauptstadt. Der Sprecher wollte sich in Begleitung der Presse selbst ein Bild von den Zuständen dort machen um im Parlament eigene Verbesserungsvorschläge einbringen zu können. Der Minister beschied knapp, dies sei schließlich keine Freizeitmesse. Verständlich, dass die Weigerung der Inselregierung für einiges Misstrauen bezüglich der Situation in dem Haus gesorgt hat.
Während inzwischen 16 Jugendliche wieder in das Heim zurückkehrten befinden sich 20 Ausbrecher noch immer auf der Flucht vor den Behörden. Lanzarote gilt als wahrscheinlichster Aufenthaltsort, da die Insel mehr Möglichkeiten zum Aufenthalt im Verborgenen bietet, als Fuerteventura. Zwei von ihnen sollen kürzlich sogar in Deutschland aufgetaucht sein.

Was macht eigentlich
der Bürgermeister von Pájara?

Ignacio Perdomo, Bürgermeister von Pájara, verbringt derweil mehr Zeit beim Notar und im Katasteramt von Puerto del Rosario als im Gemeinderat, dem er vorsitzt.
Irgendetwas wird hier vorbereitet, verrieten Parteigenossen, denen auffiel, dass in allen wichtigen Versammlungen nicht der Bürgermeister selbst, sondern seine Vertreter Ramón Carmelo, Lázaro Cabrera oder Carlos González Cuevas anwesend waren. Keiner, außer den Bauherren und -gesellschaften weiß etwas genaues, diese jedoch gewiss, weil sie Perdomos Vorliebe für große Limousinen und Baulandausschreibung durch plötzliche Verfügung gut kennen, vertraute ein Insider der größten Zeitung der Insel , LA PROVINCIA, an.
Einige Tage später musste die Zeitung ihre subtilen Unterstellungen zurücknehmen und sich entschuldigen, da bekannt wurde, dass des Bürgermeisters einziger Sohn schwer krank in einem Hospital auf dem spanischen Festland liegt und man dem Bürgermeister und seiner Frau die Krankenbesuche wohl nicht übelnehmen könne

10. bis 13 Mai:
Kunsthandwerkmesse in Antigua

Am 10. Mai wird zum zweiten Mal die Kunsthandwerksmesse von Antigua nach dem neuen Konzept eröffnet, nach dem jetzt nur noch Aussteller von verschiedenen Kanarischen Inseln teilnehmen dürfen, die ganz besonderen Auswahlkriterien genügen. Zugelassen sind seit letztem Jahr nur noch Aussteller, die echtes kanarisches Kunsthandwerk anbieten. Die Produkte dürfen nicht mehr maschinell reproduziert werden
Ein Komitee aus regionalen Kunsthandwerkern hat über die Teilnahme der Bewerber entschieden, die bis zum 31. März die Möglichkeit hatten, ihre Arbeiten vorzustellen. Ihnen wurde empfohlen, besondere Sorgfalt auf die Gestaltung ihres Standes zu legen, der am Ende der drei Tage dauernden Veranstaltung begutachtet wird und ausreichend Material zur Herstellung sowie für den Verkauf bereitzuhalten. Eine weitere Vorgabe dieses Jahr ist die klare und deutliche Auszeichnung der Waren. Wenn das Prüfungs-Komitee bis zum Schluss der Veranstaltung keine Beanstandungen hat, wird dem Aussteller automatisch die Zulassung für den nächsten Messetermin erteilt.
Diese strengen Kontrollen waren notwendig geworden, nachdem die traditionelle Kunsthandwerkmesse in den letzten Jahren immer mehr zum Flohmarkt verkam.
Drei Tage lang erhalten nun Besucher die Gelegenheit, echten Künstlern bei der Arbeit zuzusehen und authentische Handarbeit zu erwerben.
Ein Transferservice verkehrt während der drei Tage regelmäßig zwischen Costa Caleta (Caleta de Fustes) und dem Messegelände in Antigua.
Für Leckereien und Nahrungsmittel sorgen sowohl die produzierenden Kunsthandwerker als auch die Messeveranstaltung, die ein günstiges Mittagsmenü in der dortigen Schule anbieten wird..

Neuer Flüchtlingsrekord und
Spannungen in der Sahara


Am Strand Cueva Negra im südlichen Teil der Halbinsel Jandía wurde Mitte März eine Flüchtlingsgruppe mit fünfzehn ausschließlich männlichen Personen festgenommen.
Die Männer, die spätabends noch am Strand durch die Guardia Civil von Morro Jable entdeckt wurden, stammen eigenen Angaben zufolge aus Sierra Leone. Nur kurze Zeit später wurde von der Küstenwache auch das Flüchtlingsboot entdeckt, als es rund eineinhalb Meilen vor der Küste führerlos auf dem Meer trieb.
Gleich zwei so genannte Pateras wurden knapp eine Woche später aufgebracht, als versucht wurde, insgesamt 29 Flüchtlinge an die Küste Fuerteventuras zu schleusen. Die erste Gruppe, die aus elf Personen bestand, traf am späten Abend an einem Strand in unmittelbarer Nähe des Ortes Morro Jable ein. Unter ihnen befand sich eine schwangere Frau im siebten Monat, die sofort in das Hospital gebracht wurde. Hier diagnostizierten die Ärzte starke Unterkühlung, gleichwohl weder die Frau noch ihr Fötus Schäden davontragen werden.
Alle Insassen des ersten Flüchtlingsbootes stammen aus Sierra Leone. Die weitere Gruppe, bestehend aus 18 Personen, wurde in derselben Nacht an der Küste in der Nähe von Corralejo entdeckt. Die zwölf Männer und sechs Frauen stammen zum Teil aus Sierra Leone, aus Nigeria und aus Marokko. Beide Boote kehrten zurück nach Afrika, die meist männlichen Flüchtlinge werden ihnen wieder folgen.

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Die Flüchtlingskommission
bei ihrer Krisensitzung

Anfang April wurde eine Gruppe aus 14 Flüchtlingen überwiegend aus Sierra Leone in der Gemeinde Tuineje festgenommen. Die Gruppe fiel auf, als sie in der Nähe der Abzweigung nach Pozo Negro völlig erschöpft und in nasser Kleidung auf der Hauptstrasse liefen. Nach ihrer Verhaftung gaben sie an, sieben Tage an Bord eines kleines Flüchtlingsbootes verbracht zu haben, das von der Küste Zedeshon im Senegal ablegte. Sie behaupteten weiterhin, bereits seit Tagen auf der Insel zu sein, was durch den optischen Eindruck widerlegt wurde. Trotz der Tortur wollten sie offenbar dem Bootsführer Zeit für seine Rückkehr verschaffen.
Schließlich wurde nur einen Tag später an der Küste von Tuineje ein weiteres Flüchtlingsboot aufgebracht, das 18 ausschließlich männliche Personen, ebenfalls aus Sierra Leone an Bord transportierte. Auch sie waren durchnässt und übermüdet. Ihr Bootsführer konnte nur wenig später aufgespürt werden.
Damit wurden in diesem Jahr bereits rund 380 Flüchtlinge an den Küsten Fuerteventuras gefasst und es gilt als sicher, dass sich in Kürze weitere Flüchtlingsströme auf den Weg über die Meerenge des Atlantiks machen werden. Bei der Inselverwaltung überlegt man sich derweil, praktischere Bestimmungen für den Umgang mit diesem Problem zu erarbeiten.
Gleichzeitig nehmen die Spannungen in der Südwest-Sahara weiter zu. Nachdem der Friedensplan bereits im vergangenen Jahr zu einem Fiasko wurde und der Konflikt weiter schwelt, droht nun ein erneutes Ausbrechen von Unruhen, nachdem die marokkanische Regierung in Zusammenhang mit der berühmten Rally Paris-Dakar keine Gelegenheit zu weiterer Provokation ausgelassen hatte. Das Unbehagliche an dieser Situation ist zudem, dass keine der verwickelten Regierungen und Institutionen, wie etwa der EU oder der UNO, etwas dagegen unternimmt, obwohl bekannt ist, dass es in den marokkanisch beherrschten Gebieten immer wieder zu Menschenrechtsverletzungen kommt.
Inzwischen hat auch die Bewegung Palisario das seit Jahren geltende Waffenstillstandsabkommen für nichtig erklärt. Die marokkanische Regierung scheint derweil kein Interesse an einer friedlichen Lösung zu haben und bevorzugt den so genannten dritten Weg der Autonomie, de facto die Annektierung der Südwest-Sahara.
Ein Ausbrechen des seit einem Vierteljahrhundert andauernden Konfliktes muss durch einen neuen Dialog verhindert werden. Die Auswirkungen, die ein bewaffneter Konflikt für die Kanarischen Inseln haben würde, liegen auf der Hand.

 

 

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