Auf halber Strecke dorthin öffnet sich uns ein überwältigendes Schauspiel:
Tief unter uns breitet sich die "wilde" Küste Fuerteventuras aus, mit je nach Jahreszeit bis zu acht Meter hohen Brechern, die an die Steilhänge schlagen. Man wundert sich erst, dass
gerade dort eine größere
touristische Urbanisation
entsteht, aber wenn man dahin abbiegt und den Feldwegen zur Küste folgt, löst sich das Rätsel: zwei feinsandige, helle Sandstrände, die geschützt zwischen zwei Felsenriffs liegen, laden zum
Baden ein. Aber Vorsicht! Bleiben Sie trotzdem in unmittelbarer Ufernähe, um nicht von den tückischen Unterströmungen erfasst zu werden!! Etliche Urlauber mussten ihren
Leichtsinn hier schon mit dem Leben bezahlen. |

Der
Strand von La Pared
an der Nordwestküste der Halbinsel Jandía
|
Nachdem wir uns kurz erfrischt haben, geht es wieder auf die Hauptstraße. An der Westküste entlang Richtung Norden erwartet uns
nach wenigen Kilometern das bizarre, gebirgige Hinterland. Fast völlig unbewohnt, erinnert uns diese Vulkanlandschaft unwillkürlich an die biblische Schöpfungsgeschichte. So muss die Erde
ausgesehen haben, nachdem Gott die Wasser geteilt und das Land erschaffen hatte! Einen interessanten Abstecher kann man hier auch noch machen:
zum inzwischen berühmten Wrack der
"American Star" direkt vor der Westküste. |

Überall im Landesinnern stößt man auf ausgedehnte Tomatenfelder.
Tomaten sind neben
Aloe Vera das wichtigste landwirtschaftliche
Exportprodukt Fuerteventuras.
|
Abenteuerliche Serpentinen führen uns jetzt nach
Pájara, einem afrikanisch anmutenden Ort, wo wir noch einmal Rast
machen. Eindrucksvoll die
Kirche aus dem späten 17.
Jahrhundert. Das Portal zeigt Motive, die an aztekische Skulpturen erinnern. Im Dorf gibt es einige typische Einheimischen-Bars, die auch schon frühmorgens geöffnet haben. |

Eingang zur Pfarrkirche von Pajara
|
Hier stärken wir uns mit einem großen Käsebrötchen (bocadillo de queso = "ll" wird gesprochen wie
"j", "qu" wie "k") und einer Tasse Milchkaffee (cafe con leche = gesprochen "lätsche"). Ein kurzer Verdauungsspaziergang durch die üppigen
Grünanlagen mit riesigen alten Palmen und Bäumen und blühenden Bougainvilla-Sträuchern kann nicht schaden. Vor der Kirche links vorbei geht dann der Weg weiter Richtung
Betancuria. |
Falls Sie keinen Abstecher zur Fischersiedlung
Ajuy (oder auch Puerto de la Peña genannt) machen
wollen, empfehlen wir, der Hauptstraße zu folgen, die sich jetzt in noch abenteuerlicheren Serpentinen bis auf eine Höhe von 609 Metern hochschraubt. |
Bevor es wieder runtergeht, nutzen Sie das extra hierfür angelegte Aussichtsplateau, um anzuhalten und
die dort gar nicht mehr scheuenden Erdhörnchen und den wunderbaren
Panoramablick auf die Täler, die Schluchten und den Stausee zu genießen. |

Blick von den Serpentinen auf den
größten Stausee der Insel "Embalse de las Peñitas" bei Vega de Río Palmas
|
Wieder unten angekommen, befinden wir uns in der „Aue des Palmenflusses", in
Vega de Río Palmas. Falls Sie sich den Stausee von nahem
anschauen wollen, müssen Sie hier abbiegen und dem Feldweg folgen. (Im Ort
selbst lohnt übrigens auf jeden Fall der Besuch des ungewöhnlich guten,
romantischen Restaurants
"Don Antonio") |
An den schilfumsäumten Ufern des Sees nisten, für Fuerteventura äußerst ungewöhnlich, eine Reihe seltener Wasservögel. |
Aber bitte bestaunen Sie diese Überraschung aus gebührender Entfernung und ohne Lärm zu verursachen! |
Nach ein paar Kilometern achten Sie rechterhand auf die durch eine Schranke gesperrte Abzweigung. Am Kassenhäuschen lösen Sie
Ihr Ticket, und dann geht es hoch auf den Berggipfel mit dem neuen
Mirador
Morro Velosa, einem Aussichtsrestaurant mit wunderschönen Terrassen, die einen phantastischen Rundum-Panoramablick gestatten. |
Nachdem Sie die Hauptstraße wieder erreicht haben, liegt vor Ihnen die ehemalige Inselkapitale, das heute nur noch ca. 600
Einwohner zählende Dorf
Betancuria. |

In Betancuria, der ehemaligen Inselhauptstadt,
lohnt sich auf jeden Fall ein etwas längerer Aufenthalt!
|

Ruinen des ehemaligen
Franziskaner-Klosters bei Betancuria
|
Hier sollten Sie nicht versäumen, die liebevoll zusammengetragenen Ausstellungsstücke des
Heimatmuseums zu bewundern. Sie erkennen es an den vor dem
Eingang aufgestellten Kanonen aus dem frühen 18. Jahrhundert. Beim Dorfbummel durch den ehemaligen Bischofssitz lohnt auch die Besichtigung der
Dorfkirche, der ältesten der Insel. Direkt gegenüber dem
Kirchenportal lädt
eins der stilvollsten Inselrestaurants
mit romantischen Terrassen und einem hübschen Patio (Innenhof) zur Rast ein. Während der anschließenden Weiterfahrt nach
La Oliva verändert sich die Umgebung allmählich. Die Hügel
werden sanfter, die Landschaft grüner. Es geht in den Norden der Insel. |
In La Oliva angekommen, biegen wir nach rechts ab zur
Casa de los Coroneles, dem "Haus der Obersten" aus dem
18. Jahrhundert. Hier war bis Mitte des 19. Jahrhunderts der Sitz der Militärverwaltung. Die Anzahl der Fenster und Türen soll der Anzahl der Tage eines Jahres entsprechen. Halten Sie sich
aber nicht zu lange mit Zählen auf, denn es gibt noch etwas anderes zu besichtigen in diesem hübsch gepflegten Dorf. |

Fast 100 Jahre Sitz der Militärverwaltung:
die Casa de los Coroneles
|
Ganz in der Nähe der Casa de los Coroneles finden Sie das
Centro de Arte Canario, eine reich sortierte Ausstellung
einheimischen Kunsthandwerks. Wenn Sie ein typisches Souvenir mit nach Hause nehmen wollen, haben Sie hier eine gute Gelegenheit, zwischen authentischen Töpferarbeiten, Bastgeflechten,
Holzschnitzereien usw. auszuwählen. |
Architektonisch interessant ist auch die
Pfarrkirche des Ortes mit einem Turm aus dunklem Lavagestein.
Sie wurde im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts erbaut. |
Nun begleiten wir Sie weiter Richtung Corralejo. Wir biegen aber vorher noch links ab nach
Lajares, wo Sie die Möglichkeit
haben, die Stickereischulen der Señoras Hernandez oder Lopez zu besuchen. Die Arbeiten mit den für die Insel typischen Mustern bekommen Sie zwar auch in fast allen
Souvenirgeschäften und Bazars, aber hier können Sie direkt vom Hersteller kaufen. Alles, was Sie dort sehen, ist garantiert handgearbeitet und keine billige industriell gefertigte Kopie aus
Fernost, mit der Sie besonders von fliegenden Händlern oft und gerne betrogen werden. |

Von Einheimischen handgearbeitet:
Durchbruch-Stickereien in Lajares
in den Ausstellungsräumen der Stickereischule |
Von hier aus lohnt auch ein weiterer kurzer Abstecher an die Nordwestküste nach
El Cotillo. Der kleine Fischerhafen des Dorfes ist nördlich
umsäumt von zahlreichen, meist fast schneeweißen kleinen Sandstränden. Hier kann man in den Lagunen baden wie im Swimming-Pool. Südlich vom alten Wehrturm, der das Dorf im 17. Jahrhundert
vor Piraten schützen sollte, dehnt sich ein kilometerlanger heller Sandstrand aus. Besonders beliebt sind hier bei fortgeschrittenen Surfern und Wellenreitern die Playa
del Águila und die Playa
del Castillo. Die Brandung ist ziemlich heftig und man kann eigentlich zu jeder Jahreszeit den Surf-Cracks bei ihren tollkühnen Sprüngen und Loopings zuschauen. |

Der große Strand bei El Cotillo an der Nordwestküste
Aber auch wenn es noch so verlockend ist, baden sollten Sie
an diesem Strand nur in unmittelbarer Ufernähe !
|
Unter Insidern besonders beliebt ist El Cotillo auch wegen seiner zahlreichen, teils ausgezeichneten Fischrestaurants. |